Zeitenwende

Im 30. Jahr der Wiedervereinigung erleben wir erneut einen Umbruch in der Gesellschaft. Die Berliner Zeitung begleitet diesen Umbruch mit Essays, Analysen, Interviews. Wir wollen Debatten führen und fragen, was wir aus dem Gestern für ein Morgen lernen können.
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Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung haben wir eine Auswahl der besten Beiträge aus unserer Zeitenwende-Serie in einem Magazin versammelt. Wir hoffen, dass diese Texte Ihre Wahrnehmung ost- wie westdeutscher Sichtweisen ergänzen können.
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Warum wir in der Corona-Krise auf 1990 zurückschauen

Erinnern Sie sich an den März 2020, als aufgrund der Corona-Pandemie die Grenzen geschlossen wurden und die Menschen zu Hause blieben? In der Redaktionskonferenz der Berliner Zeitung redeten wir darüber, dass uns dieser Zeit an eine andere erinnerte, denn viele von uns haben schon einmal einen existenziellen, gesellschaftlichen Ausnahmezustand erlebt: die Zeit zwischen Mauerfall und Einheit.


Es mag Zufall sein, dass die deutsche Einheit genau 30 Jahre vergangen ist, doch das Thema Umbruch ist heute aktueller denn je. Mit unsere Serie Zeitenwende begleiten wir dieses denkwürdige Jahr. Wir erforschen die deutsch-deutsche Krisenmentalität, werfen Licht auf 30 Jahre Wandel, diskutieren die Einheit und was aus ihr im Jahr 2020 eigentlich geworden ist.
Zum Editorial

Krise, Chance, Aufbruch

Vor 30 Jahren änderte sich für die Ostdeutschen alles von einem Tag auf den anderen. Für die Westdeutschen blieb alles gleich. Wie wird es nach der Corona-Pandemie sein? Und was können wir aus dem Gestern für morgen lernen?

Ulrich van der Heyden. (Foto: Sebastian Wells)

Vom Ende der Geschichte

30 Jahre nach der Wiedervereinigung arbeitet die Berliner Zeitung im Rahmen der Zeitenwende-Serie auf, was im Einheitsjubel 1990 unterging. Die große Interview-Reihe mit den Mitgliedern der letzten DDR-Regierung gibt es zum Lesen und als Podcast.

DDR-Volkskammer: Regierung de Maiziere - Vom Ende der Geschichte (Foto: Wolfgang Klumm)
Lothar de Maizière: „Meine Damen und Herren, wir schaffen uns ab!“
Lothar de Maizière, letzter DDR-Regierungschef, war sechs Monate im Amt und hatte nur einen Auftrag: das eigene Land aufzulösen. Im Exklusiv-Interview erzählt er, wie Helmut Kohl ihn verriet, Hannelore Kohl heimlich vermittelte und warum er am Tag der Wiedervereinigung nur noch 51 Kilo wog.
29.8.2020 - Anja Reich, Sabine Rennefanz
Sabine Bergmann-Pohl: „Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden“
Die Medizinerin wurde 1990 von einem Tag auf den anderen Chefin eines untergehenden Staates. Im Interview erzählt sie von politischer Konkurrenz und persönlichen Demütigungen, von einem Hausfrauenbesuch im Westen und warum sie bei einer Staatsparade in Israel eine Papageienbluse trug.
5.9.2020 - Anja Reich und Jenni Roth
Günther Krause: „Wir wollten, dass der Tag des Beitritts der Tag null wird.“
Günther Krause verhandelte und unterschrieb 1990 den deutsch-deutschen Einigungsvertrag, aber zur großen Einheitsfeier am 3. Oktober ist er nicht eingeladen. Ein Gespräch über eine Champignonzucht im Keller, schwierige Verhandlungen mit Wolfgang Schäuble und Helmut Kohls Wutanfälle.
12.9.2020 - Anja Reich und Jenni Roth
Rainer Eppelmann: „Bürger zweiter Klasse? Ist doch ein Erfolg!“
Rainer Eppelmann war Maurer und Pfarrer, bis er 1990 Verteidigungs- und Abrüstungsminister der letzten DDR-Regierung wurde. Im Interview erzählt er, warum er die NVA trotzdem nicht abschaffen wollte, warum die Soldaten bei der großen Demonstration in Leipzig nicht schossen und warum er beim Pilzsammeln eine Pistole trug.
19.9.2020 - Sabine Rennefanz, Jenni Roth
Herbert Schirmer
Herbert Schirmer: „Nach dem 3. Oktober war man weg, als wäre nichts gewesen“
Der letzte Kulturminister der DDR wurde am Tag nach der Einheit 1990 arbeitslos. Zuvor gelang es ihm noch, etwas von der DDR zu retten.
27.9.2020 - Anja Reich und Sabine Rennefanz
Vom Ende der Geschichte - Editorial
Vom Ende der Geschichte ist der Versuch, aufzuarbeiten, was bis heute in den Geschichtsbüchern fehlt: dass auch etwas zu Ende ging, dass die Ostdeutschen, wie es Lothar de Maizière formuliert, „in einer Weise durchgeschüttelt wurden, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr geschehen ist, während die Westdeutschen sagen konnten, wir leben so weiter wie bisher“.
28.8.2020 - Anja Reich

Vom Ende der Geschichte

Vom Ende der Geschichte
Ein Pfarrer wird Verteidigungsminister, eine Ärztin Staatsoberhaupt, ein Anwalt Regierungschef, ein Ingenieur aus Halle verhandelt den Einigungsvertrag. Die letzte DDR-Regierung, im März 1990 gewählt, im Oktober abgetreten. Ihr Auftrag: den Staat abzuschaffen und damit auch sich selbst. Aber wie geht das? 30 Jahre danach besuchen wir jene Menschen, die für sechs Monate Geschichte geschrieben haben.
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Kreuzberg in den Achtzigern

Unsere Autorin Daniela Pogade lebte in den Achtzigern in Kreuzberg, sah Straßenschlachten und machte Polit-Kunst. Mit dem Mauerfall verschwand das alte West-Berlin, ihre Stadt. Was bleibt?

Juhnke, Bowie und ich - Die Autorin 1987 am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg.

„Was hast du noch mit Osten zu tun?“

Nach 30 Jahren Einheit bleibt der deutsch-deutsche Identitätskonflikt ein Thema für viele Menschen. Der Osten ist mehr als nur einer Erinnerung, die Wende immer noch ein Schlüsselmoment - auch für Generationen, die erst später kamen.

Die Klimawende

In der Corona-Pandemie werden neue Regeln aufgestellt. Das eingeschränkte Reisen erinnert nicht nur an die Zeit in der DDR, sondern wirft auch ein neues Licht auf eines der wichtigsten Themen unserer Zeit: das Klima.

DDR-Urlaub - Badespass an der Ostsee - FKK-Strand Prerow auf dem Darß
Aus der DDR-Videosammlung Open Memory Box von Alberto Herskovits

Politik und Gesundheit

Wäre die DDR besser auf eine Pandemie vorbereitet gewesen als das vereinigte Deutschland? Fest steht, in der Wendezeit verschwanden nicht nur die Polikliniken und das Institut für Virologie in Berlin, sondern auch ein kluger Seuchenbekämpfungsplan.

„Ich war der erste Wessi, der nach der Wende zur Berliner Zeitung kam“

Mit einer Lüge fing es an. Dann, vor genau 30 Jahren, im Chaos der Wendezeit, wurde Susanne Lenz Teil dieser Redaktion. Und ist nie wieder weggekommen.

Aufbruch 1990: Susanne Lenz im August 1990 vor dem Verlagsgebäude an der Karl-Liebknecht-Straße.

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30 Jahre Währungsunion: „Es war organisierte Verantwortungslosigkeit“
Am 1. Juli 1990 wurde in der DDR die D-Mark eingeführt. Die Schriftstellerin Daniela Dahn sagt: Es war eine überstürzte Entscheidung mit schweren Folgen. Warnungen und Proteste wurden ignoriert.
28.6.2020 - 08:09, Daniela Dahn
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